Steinbrüche und Felswände Felswände, Tal der Maas Feld-Sandlaufkäfer Feld-Sandlaufkäfer Behausung von solitären Bienen Gras Teich in einer Sandgrube

Thema der Woche 11

Steinbrüche und Felswände

Veranstaltungskalender

Zuflucht für seltene Arten

 

In de Region Wallonien befinden sich zahlreiche Steinbrüche für die Gewinnung von Sand, Ton, Blaustein, Kalk, schwarzem Marmor, Sandstein, Schiefer usw. Es gibt tausende stillgelegter Orte, an denen die Artenvielfalt Einzug gehalten hat. Dazu gehören Orchideen wie Zauneidechsen oder der Uhu. Sie alle suchen die Ruhe der Felswände, die Wasserflächen und die nackten Böden, die der Mensch zuvor ausgebeutet hat. Weil einige der Steinbrüche sich der biologischen Vielfalt vor Ort bewusst sind, verlegen diese aufgrund seiner natürlichen Bewohner den Abbau des Materials aus dem Steinbruch an einen anderen Ort.

 

Grüne Kolonie

Auch wenn die Pflanzen einmal durch die Arbeiten des Menschen aus einem Steinbruch vertrieben wurden, kehren sie nach der Stilllegung des Ortes schnell wieder zurück. Besser noch, einige von ihnen nutzen die unwirtlichen Sandzonen und stellen ihre Anpassungsfähigkeit unter Beweis. Andere, hierbei insbesondere diejenigen, die Kalk bevorzugen, profitieren von den alten Abbauorten und blühen geradezu auf. Je nach Eigenschaften des Gesteins, Wasserspiegel und Ausrichtung des Ortes siedeln sich die Pflanzen in den Räumen an, die ihnen geeignet erscheinen. Bärlappgewächse, kräftig und stets grün, Schachtelhalme mit ihren heilenden Eigenschaften, sowie Farne bevorzugen in besonderem Maße Felswände und Steine. Hier haben sich zahlreiche geschützte, seltene oder gefährdete Arten ihren Standort in den alten wallonischen Steinbrüchen gesucht, und es finden sich sogar 30 bis 40 Arten geschützter Orchideen. Gerade die sandigen Böden sind die reinsten Brutstätten für die Artenvielfalt. Der Pflanzenwuchs gedeiht dort auf sehr spektakuläre, wenn auch geordnete Art und Weise. Die anwesenden Pflanzen lösen einander ab, je nach Entwicklung der Stabilität des Terrains.

 

Behausung mit mehreren Stockwerken

 

Insekten, Amphibien und kleine Säugetiere liegen niemals auf der faulen Haut. Bienen und solitäre Wespen lieben es, aus dem Sand ihre Nester auszuhöhlen. Fleischfressende Insekten, oftmals schön grün, und der Sandlaufkäfer fühlen sich in Sand und Sonne besonders wohl. Es wurden bereits vier der fünf in Wallonien vorhandenen Arten dort in den Steinbrüchen gefunden, ganz zu schweigen von den zahlreichen Feldheuschrecken, von denen einige Sorten geschützt sind. Ausgetrocknete Steine und Teiche gehören ebenfalls zu den bevorzugten Umgebungen für die Zauneidechse, die gemeine Geburtshelferkröte oder den Kammmolch mit seinem auffallenden Kamm bis zum Schwanz. Bei den Säugetieren wählt die Familie der Dachse häufig ihr Domizil in den Steinbrüchen, um dort ihren Bau einzurichten, während die Grotten eher Fledermäuse beherbergen. Bei einem derartigen Speiseangebot und dem steilen Terrain erstaunt es nicht, dass einige Vögel die Steinbrüche auswählen, um sich dort fortzupflanzen, wie beispielsweise die Uferschwalbe, der Uhu, der Wanderfalke oder die Sturmmöwe. Achten Sie darauf, diese nicht zu stören!